Zweifel - Energieverschwender Nummer 1

Es ist ein neues Jahr. Eine neue Chance. 

 

Jahresanfänge erfüllen uns mit einem Gefühl der Aufregung. Was wird das neue Jahr bringen? Was für Abenteuer, Glücksmomente und Herausforderungen erwarten uns? Wir setzen uns Ziele, schmieden Pläne und treffen Massnahmen. Anfänge motivieren und geben Hoffnung. 

 

Doch Anfänge können auch Angst machen. 


Angst vor Enttäuschung und Versagen. Was, wenn ich meine Ziele nicht erreiche? Meine Träume nicht in Erfüllung gehen? Was, wenn ich scheitere? 

 

Die Möglichkeit besteht, das wissen wir. Denn schliesslich haben wir es in der Vergangenheit selbst erlebt. Wir waren erfolglos. Wurden enttäuscht. Und ja, wir sind immer mal wieder gescheitert. 

 

Und doch: Manchmal ist auch das Gegenteil eingetroffen. Dinge, die nie funktioniert haben, gingen plötzlich wie von alleine. Vorsätze, die wir von einem Jahr ins nächste mitnahmen, konnten endlich umgesetzt werden. Wir haben unsere eigenen Erwartungen übertroffen und waren erfolgreicher als wir zu hoffen gewagt haben. 

 

Wahrscheinlich ist das meiste, das wir angepackt haben, besser herausgekommen als erwartet - oder wenigstens nicht so miserabel wie befürchtet. Denn es ist doch so: Die meisten Sorgen, die wir uns machen, sind absolut unnötig. Reine Zeit- und Energieverschwendung. Und trotzdem: Stehen wir vor der nächsten Herausforderung, verlassen wir uns selten auf vergangene Erfolgserlebnisse, sondern fangen an zu zweifeln. An uns, unseren Fähigkeiten und unserem Vorgehen. 

 

Wir stellen unsere Ziel in Frage - sind sie zu gross? Zu unrealistisch? - und wenn wir nicht aufpassen, geben wir auf, ohne es überhaupt versucht zu haben. Wir stellen die Anstrengungen ein und lassen unsere Träume verblassen - denn so haben wir das Ergebnis wenigstens unter Kontrolle. Aufgeben ist selbstbestimmt, Erfolg hingegen auch von vielen nicht beeinflussbaren Faktoren abhängig. Und das macht uns nervös. 

 

Um unsere Fitnessziele zu erreichen, sei es das Sixpack, die schnellere Halbmarathonzeit oder die straffen Oberschenkel, um überhaupt etwas zu erreichen im Leben, ist Arbeit und Disziplin notwendig. Das lässt sich nicht abstreiten, schön reden oder ignorieren. Wenn wir etwas wollen, müssen wir etwas dafür tun. Nicht einmal, sondern immer und immer wieder, tagein, tagaus. Das ist nichts Schlechtes, das ist einfach so. 

 

Was allerdings nicht notwendig ist, ist das ewige Zweifeln. 

 

Ist mein Training intensiv genug? Ist es zu intensiv? Esse ich das Richtige? Esse ich vom Richtigen zu viel? Zu wenig? Mach ich das richtig? Mache ich überhaupt etwas richtig? Lohnt sich der Aufwand? Oder verschwende ich nur meine Zeit? 

 

Das ständige Hinterfragen der eigenen Handlungen kostet unglaublich viel Energie. Und dieses Energie fehlt uns schlussendlich beim Umsetzten der zur Zielerreichung notwendigen Schritte. 

 

Willenskraft ist täglich nur in beschränkter Menge vorhanden und jede Entscheidung, die wir treffen müssen, vermindert sie. Stellen wir uns selbst also immer wieder vor dieselbe Entscheidung, weil wir sie vor lauter Zweifel andauernd hinterfragen, so verschwenden wir diese kostbare Ressource. Und die fehlt am Ende des Tages, ausgerechnet dann, wenn wir sie oftmals so dringend benötigen: abends, wenn es darum geht, ob wir uns zum Sport aufraffen sollen oder es uns doch lieber auf dem Sofa gemütlich machen. 

 

Das ewige Hin und Her ist nicht nur unbefriedigend und anstrengend, es ist auch ineffizient. Es ist, als ob wir den gleichen Weg mehrmals gehen, immer wieder hin und zurück. Zwar ständig in Bewegung, aber dem Ziel kein Stück näher. 

 

Was sollen wir also tun, um endlich vorwärts zu kommen? 

 

Unsere Zweifel reduzieren. 

 

Wie? Indem wir uns Hilfe holen. Von Leuten lernen, die den Weg vor uns gegangen sind und somit über Erfahrungswerte verfügen. Die uns helfen können zu wissen, was funktioniert, und nicht nur zu hoffen, dass es das tut. Gerade wenn wir uns ein Ziel gesetzt haben oder einen Traum verwirklichen möchten, das oder der uns momentan noch eine Nummer zu gross erscheint, ist externer Input unglaublich wertvoll. 

 

In Bezug auf die körperliche Fitness kann das in Form von Ernährungsberatungen oder Personal Trainings sein, es kann bedeuten, sich einem Sportclub oder Team anzuschliessen, Unterstützung in einer Online Community zu suchen oder Rat in Büchern und Podcasts zu finden. 

 

Sich Hilfe zu holen fällt vielen von uns schwer, da wir glauben, es alleine schaffen zu müssen. 

 

Doch wenn es uns mit etwas Unterstützung gelingt, unsere Energie in zielorientiertes Handeln zu investieren statt mit unnötigem Zweifeln zu verschwenden, so ist sich Hilfe holen nicht nur ein persönlicher Luxus, sondern schlichtweg die cleverste Lösung.