Essen - die komplizierteste Sache der Welt? Teil 2: Menge

Messen wir die Qualität unserer Essensentscheidungen daran, wie viel Energie uns die zugeführte Nahrung verleiht, machen wir bereits vieles richtig – und, vor allem, vieles einfacher! Mein erster Artikel der Serie „Essen – die komplizierteste Sache der Welt?“ geht darauf ein und beantwortet die Frage, was wir essen sollen – nämlich alles, was unser Energielevel hoch und konstant hält. Nur so können wir unser Leben in vollen Zügen geniessen und haben genug Kraft, uns seinen Herausforderungen und Chancen zu stellen. Nun bleibt aber die Frage des wie viel.


Die Antwort darauf ist heutzutage häufig eine bestimmte Anzahl Kalorien, die weder über- noch unterschritten werden soll, da sonst entweder Fettzunahme oder Muskelverlust droht. Zusätzlich sollen die Kalorien optimal auf Eiweisse, Kohlenhydrate und Fette verteilt werden (was genau eine optimale Verteilung ist, darüber sind sich die Ratgeber allerdings selbst nicht einig!). Ganz schön kompliziert. Und ganz schön viel Aufwand. Doch es funktioniert, das rigorose Kalorienzählen, kostet Dich aber eben auch viel Disziplin und Willenskraft und kann Dir die Freude am Essen durchaus etwas verderben.

 

Dabei muss und soll essen nicht so kompliziert sein. Auch bezüglich der Menge lässt sich die ganze Komplexität auf eine Frage reduzieren:

 

Wie viel Energie benötige ich bis zur nächsten Mahlzeit?

 

Denn es ist doch ganz einfach: Nahrung soll mich mit Energie versorgen, damit ich meinen Tag gut meistern kann. Idealerweise esse ich also so viel, dass ich genügend Energie bis zur nächsten Mahlzeit habe, aber nicht zu viel, da der Verdauungsprozess sonst viel Energie kostet und müde macht.

 

Ich rate Dir darauf zu achten, Deinen Körper eher für die kommenden Stunden zu nähren als für die vergangenen. Frage Dich, was er bis zur nächsten Mahlzeit leisten muss und stimme die Essensmenge darauf ab. Kommst Du zum Beispiel in die After Work Workouts um viertel vor acht und brauchst Energie, um im Training Höchstleistungen zu erzielen, so ist eine Zufuhr an Kohlenhydraten – sei es in Form von einer Banane, einigen Crackern oder etwas Haferflocken – genau das richtige. Planst Du hingegen einen ruhigen Abend vor dem Fernseher, so gibt Dir eine leichte Gemüsepfanne mit Fleisch oder Fisch wahrscheinlich genügend Energie bis zum Schlafengehen.

 

Zu wissen, was dem eigenen Körper gut tut und was nicht, braucht etwas Erfahrung und Übung. Sport ist da ein gutes Mittel für Feedback. Hast Du nämlich zu viel, zu wenig oder das Falsche gegessen, wirkt es sich sofort auf Deine sportliche Leistung aus. Teste es am besten selbst: Wie fühlst Du Dich in den Wake up! Workouts am morgen früh, wenn Du am Abend davor etwas Schweres gegessen hast? Anders als wenn Du etwas Leichtes zu Dir genommen hättest? Was und wie viel musst Du essen, um Dich energiegeladen und stark zu fühlen? Variiere auch Dein Frühstück von Zeit zu Zeit und spüre, was Dir am besten tut.

 

Mit dem Essen etwas zu experimentieren ist grundsätzlich empfehlenswert. So kennst Du Deinen Körper mit der Zeit gut genug, um Nahrung zielorientiert einsetzen zu können und Deinem Körper zu geben was er braucht. Aber wichtig: Vergesse dabei den Genuss nicht! Denn auch der gehört zu einer gesunden und ausgewogenen Ernährung (hilfreich dazu: Gewohnheiten – für den Erfolg entscheidend!).