Essen - die komplizierteste Sache der Welt? Teil 1: Energie

Es gibt fast nichts, das wir so regelmässig tun und von dem wir trotzdem keine Ahnung haben, wie es richtig geht. Diesen Eindruck kann man zumindest bekommen, sieht man die unzähligen Ernährungsratgeber, die heutzutage existieren. Dabei sollte essen doch etwas sein, was wir intuitiv können! Immerhin gibt es den Menschen seit rund 200‘000 Jahren und wir alle wären nicht hier, hätten unsere Vorfahren nicht irgendetwas richtig gemacht.


Die Fülle an Informationen ist grundsätzlich nichts Schlechtes. Insbesondere dann nicht, wenn sie Dich dazu anregt, kritische Fragen zu stellen und Dich mit Deiner Ernährung auseinander zu setzten. Retten die Veganer unseren Planeten oder sind sie verantwortungslos, weil sie ihre Kinder mangelernähren? Bringen mir Kohlenhydrate wertvolle Energie oder machen sie mich nur fett? Soll Gemüse roh oder doch besser gekocht verspeist werden?

 

Ich persönlich finde es sehr spannend zu lesen, was für Meinungen existieren und welche Erfahrungen Menschen mit verschiedenen Ernährungsstilen machen. Und doch, es kann auch ganz schön verwirren! Denn die verbreiteten Ansichten sind oftmals kontrovers – die einen loben, was andere verteufeln. Je mehr man liest, desto weniger weiss man. Gerade zu Beginn einer Ernährungsumstellung kann sich da ein Gefühl der Überforderung einstellen, sodass man schlussendlich, völlig entmutigt, gar nichts ändert.

 

Was kann ich also tun, um das komplizierte Thema Ernährung radikal zu vereinfachen? Es ist ganz simpel! Lass Dich bei all Deinen Essensentscheidungen als erstes einfach nur von dieser einen Frage leiten:

 

Gibt oder entzieht mir mein Essen Energie?  

 

Nahrungsmittel, das Wort sagt es bereits, sollen unseren Körper nähren und ihn mit genügend Energie versorgen, um optimal funktionieren zu können. Achte Dich deshalb darauf, ob sie es auch tatsächlich tun. Dabei hilft es, Dir regelmässig folgende Fragen zu stellen:

  • Fühlst Du Dich nach dem Essen energiegeladen, wach und leistungsfähig oder liegt Dir das Essen auf, macht Dich müde und träge?
  • Wie verändert sich Dein Energielevel im Laufe des Tages? Bleibt es relativ konstant? Oder folgen auf Hochs starke Tiefs, in denen Du zu Zucker und Koffein greifst?
  • Hast Du genug Energie bis zur nächsten Mahlzeit?

Konfrontierst Du Dich tagtäglich mit diesen Fragen, so lernst Du jede Menge über Ernährung und kannst Dir – auch ohne Ratgeber – Deine persönliche Meinung bilden. Ich ermutige Dich deshalb: sei neugierig und spielerisch! Probiere verschiedene Lebensmittel aus, achte darauf, wie sie sich anfühlen, nimm Veränderungen vor und lerne. Es ist ein Prozess – höre auf das Feedback Deines Körpers, denn er weiss, was gut für ihn ist. Wenn Du dabei zu möglichst frischen, unverarbeiteten und qualitativ hochwertigen Produkten greifst, machst Du schon fast alles richtig.

  

Inspiration und Ideen rund ums Essen findest Du in diesem Blog, unter anderem im Artikel „Gesunde Ernährung beginnt beim Einkaufen – was gehört in den Einkaufskorb?“ Und: Teile Deine Erfahrungen und Erkenntnisse doch mit uns Trainern und auch mit Deinen Sportskollegen – so lernen wir voneinander und werden gemeinsam zu Experten!