Wie Gedanken Dein Training beeinflussen

Ein einzelner Gedanke kann Dein Training massgeblich beeinflussen – dies habe ich letztens beim Joggen einmal mehr festgestellt. Die Sonne schien und es wehte ein leichter Wind, es war also weder zu heiss noch zu kalt, einfach perfekt. Ich fühlte mich fit und das Joggen ging wie von alleine, sodass ich der Bewegung selbst gar keine grosse Aufmerksamkeit geschenkt habe. Ich trabte gemütlich durch den Wald und hing meinen Gedanken nach. Ich war inspiriert und kreativ und hatte viele neue Ideen. Kurz: Ich war bestens gelaunt.


Doch dann hat sich wie aus dem Nichts ein negativer Gedanke in mein Gehirn geschlichen. Ein Thema, welches ich schon länger vor mir herschiebe und über das ich lieber nicht nachdenke, weil es Stress und Unsicherheit auslöst. Und bevor ich es realisierte – also völlig unbewusst – passierte folgendes: Ich drosselte mein Tempo bis ich beinahe zum Stillstand kam. Es ging weder bergauf noch hat sich sonst irgendetwas an meinem Umfeld verändert und doch fühlte es sich an, als ob plötzlich alle Energie aus meinem Körper gewichen wäre. Von einem Moment auf den anderen fühlte ich mich schwach und hatte das Bedürfnis stehen zu bleiben und meine Gedanken zu ordnen.

 

Dies alles nur wegen einem negativen, Stress auslösenden Gedanken! Eigentlich unglaublich, nicht? Und doch für mich nicht ganz überraschend, da ich diese Reaktion meines Körpers bereits kannte. Hast Du schon mal versucht Klimmzüge zu machen und dabei an etwas Negatives zu denken? Oder sonst eine Übung, die zur richtigen Ausführung Deine ganze Konzentration und Kraft benötigt? Funktioniert nicht! Du wirst keine Höchstleistungen erbringen, wenn Dein Kopf nicht bei der Sache ist.

 

Negative Gedanken können einen wesentlichen Einfluss auf Dein Training haben. Denn sie haben nicht nur einen Effekt auf Deine Stimmung, sondern auch Auswirkungen auf die Intensität Deines Workouts. Nur, was mache ich nun mit diesem Wissen? Seine Gedanken hat man schliesslich nicht immer unter Kontrolle und oft lässt sich Negatives nicht einfach beiseite schieben. Und doch lohnt sich der Versuch, sich auf positive Dinge zu konzentrieren und sich selbst zu sagen: Jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt für dieses Thema, ich widme mich dir später! Manchmal funktioniert es, manchmal aber auch nicht.

 

Doch eine Strategie kann ich Dir anbieten – und das ist für mich das Wertvolle am Training in der Gruppe: Falls du am Morgen sorgenvoll, genervt oder generell unzufrieden aufstehst oder Dich nach einem hektischen Arbeitstag gestresst fühlst, komme zehn Minuten früher ins Training. Anstatt den Wecker zu snoozen oder im Büro noch rasch eine letzte E-Mail zu schreiben, nutze die Zeit lieber um Dich noch einige Minuten mit Deinen Teammitgliedern oder  Trainern auszutauschen. Lass Dich von der Energie und der guten Stimmung der anderen anstecken. Häufig braucht es gar nicht mehr, um die negativen Gedanken zu vergessen – und es kann Dein Training von Grund auf ändern!